Konrad Wolf – Filmretrospektive

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Veranstalter: VHS Hietzing
21.02.2020 – 03.04.2020 , 19:00 – 21:00 Uhr
Kursleitung: Mag. Günther Stockinger
Kursort: VHS Hietzing, Hofwieseng. 48 , 1130 Wien
TeilnehmerInnen: 6 – 15
Kurs-Nr. 10451248
10 Unterrichtseinheiten

Konrad Wolf, geboren 1925 in Deutschland, ist der Sohn des Arztes und Schriftstellers Friedrich Wolf. 1933 emigrierte die Familie zunächst nach Frankreich und von dort aus später nach Moskau. Er besuchte dort die deutsche Karl-Liebknecht-Schule und erwarb die sowjetische Staatsangehörigkeit.
Schon in dieser Zeit kam Konrad Wolf intensiv mit dem sowjetischen Film in Berührung. Als Zehnjähriger spielte er 1936 eine Nebenrolle in dem Exilfilm „Borzy“ (Kämpfer) des Regisseurs Gustav von Wangenheim. Mit siebzehn trat er in die Rote Armee ein und gehörte 1945 als Neunzehnjähriger zu den Truppen, die Berlin einnahmen. Für kurze Zeit war er im April 1945 der erste sowjetische Stadtkommandant von Bernau bei Berlin.
Von 1945 bis 1947 war er unter anderem für die SMAD (Sowjetische Militäradministration) in Wittenberg und Halle (Saale) für die darstellende Kunst zuständig. Von 1949 bis 1954 studierte er an der 1919 gegründeten Moskauer Filmhochschule. Danach arbeitete er als Regisseur bei der DEFA, wo er vor allem anspruchsvolle und kritische Gegenwartsfilme drehte. Seine Kriegserlebnisse beschrieb er später in dem Film „Ich war neunzehn“ (1968).
Das Verhältnis zwischen Deutschen und Russen beschäftigte ihn zeit seines Lebens. In seinem Spätwerk werden auch immer mehr kritische Töne gegen die Beeinflussung der Kunst durch Obrigkeiten laut – etwa in seinem Goya-Epos oder in dem leisen Film „Der nackte Mann auf dem Sportplatz“. Sein Spielfilm „Solo Sunny“, den er gemeinsam mit seinem langjährigen Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase inszenierte, zeigt das Leben einer Außenseiterin der DDR-Gesellschaft im Prenzlauer Berg in Berlin.
Konrad Wolf wäre heuer 95 Jahre alt. Er starb vor der Zeit 1982. Wolf ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Filmregisseure des 20. Jahrhunderts.

Veranstaltungstermine:

21. 02. 2020: Ich war neunzehn (1968)
28. 02. 2020: Sterne (1959)
06. 03. 2020: Der geteilte Himmel (1964)
20.03. 2020: Der nackte Mann auf dem Sportplatz (1974)
03. 04. 2020: Solo Sunny (1979)
Eintritt kostenlos.


Trailer zum DEFA-Spielfilm „Der geteilte Himmel“ (1964) von Konrad Wolf

Filmdetails:
Regie: Konrad Wolf
Drehbuch: Gerhard Wolf, Willi Brückner, Christa Wolf, Kurt Barthel, Konrad Wolf
Kamera: Werner Bergmann
Schnitt: Helga Krause
Darsteller: Renate Blume (Rita Seidel), Eberhard Esche (Manfred Herrfurth), Hans Hardt-Hardtloff (Rolf Meternagel), Hilmar Thate (Wendland), Martin Flörchinger (Herr Herrfurth), Erika Pelikowsky (Frau Herrfurth), Günther Grabbert (Ernst Schwarzenbach), Horst Jonischkan (Martin Jung), Petra Kelling (Sigrid), Jürgen Kern (Hänschen)

Kurzinhalt:

Nach einer Nervenkrise kommt Rita Seidel in das kleine Dorf zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Die Zeit der Genesung ist verbunden mit einem Rückblick auf die vergangenen Jahre: Als junges Mädchen hat sie sich in den zehn Jahre älteren Chemiker Manfred Herrfurth verliebt. Er nimmt sie mit in die Stadt, fördert ihre Entwicklung. Sie beginnt ein Lehrerstudium. Ihre Beziehung jedoch ist Belastungen ausgesetzt. In Manfreds Haus gibt es Konflikte wegen der spießigen Lebenseinstellung seiner Eltern. Auch im Betrieb hat er Schwierigkeiten, so daß seine Einstellung sich selbst wie seiner Umwelt gegenüber immer zynischer wird. Als man sein neuentwickeltes Verfahren, auf das er große Hoffnungen gesetzt hatte, im Betrieb ohne Begründung ablehnt, geht er verbittert nach Westberlin. Rita besucht ihn zwar, kehrt aber enttäuscht zurück. Sie weiß, daß ihr Platz an der Seite der ehemaligen Kollegen und der Freunde des Lehrerinstituts ist.

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