März 2020- Veranstaltungen im Wiener Perinetkeller

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Mo 9.3. 19:30: „Teba – Arche oder Wort“: Ein neuer Band von Rudolf Krieger

Teba hat im Hebräischen drei Bedeutungen: Körbchen, Wort, Arche. In der Legende vom ausgesetzten Moses sind alle drei präsent. Das Buch handelt von der Gefährdung des Wortes über die Jahrhunderte seines Bestandes. Autor Rudolf Krieger studierte Bildhauerei und begründete ein Sprachlogiksystem. Im Keller wird Krieger von einem weiteren Lesenden unterstützt: Gerhard Schifko. Er mutierte vom Chirurgen zum Schauspieler und Ensemblegründer.

Fr 13.3. 19:30: Helmut Dahmers Tagebuchaufzeichnungen aus dem Jahr 1968

Der deutsche Soziologe, der bei den 68er-Ikonen Adorno und Habermas studierte, lebt seit 18 Jahren in Wien, nicht in der Erwartung einer trotzkistischen Revolution (die ihm gefallen würde), sondern der Liebe wegen. Hier schrieb er Bücher über die Psychoanalyse, über Trotzki, über die Frankfurter Schule. Eine Zeit lang leitete er die von Alexander Mitscherlich herausgegebene psychoanalytische Monatszeitschrift „Psyche“. Dahmer stellt seine Thesen zu 68 zur Diskussion. Details auf www.perinetkeller.at

Sa 14.3. 19:30: Szenische Lesung: Die Möglichkeit und der Automat

… über Revolutionskonjunktivismus und den Mechano Sapiens. Jule Bombon, alias Mensch, Phenotyp: anti-Autor-itär, Blutgruppe: A-Kreis, liest aus neuem Roman. Artemisian, alias Heilkraut, Phenotyp: tale`n-Tiert entschädigt dafür mit Piano und Perkussion. Die Zuhöhrer*in schlüpft in die Rolle einer surrealistischen Künstler*in und erlebt das Los der anarchistischen Machnobewegung und den Umgang von Revolutionären mit der Abwesenheit von Revolution.

Fr 20.3. 19:30: IRGENDWAS GIBT‘S IMMER – „Armes Theater der Dinge“

Performative Interventionen mit dahergebrachten Objekten von und mit Martha Labil. Die Künstlerin haucht diesen Gegenständen – es können Alltagsdinge oder auch mystische Raritäten sein – neues Leben ein. Oder umgekehrt: Die Dinge verändern die Künstlerin. Sie bittet alle Besucher*innen ihrer Spontan-Show, bei der Auswahl der Objekte, die in den Keller mitgebracht werden, tabulos zu sein. Allzu wertvolle Dinge werden nach der Performance unbeschadet returniert. Anderen wird hart zugesetzt, bis zum liquidatorischen Ausgang.

Mi 25.3. 19:30: „Musikarbeiter unterwegs“ von Rainer Krispel

Eine musikalische Buchpräsentation. Auswahl aus hunderten Musikartikeln, die der aus Linz stammende Punksänger Krispel in der Wiener Straßenzeitung Augustin seit 2005 veröffentlichte. Lesung, dann Livemusik: «Hirn mit Ei» (Mario Lang, Gesang; Andi Lechner, Gitarre; Vincenz Wizlsperger, Kontrabass) und das Trio Kefer / Gfrerer / Krispel (Sibylle Kefer, Stimme, Gitarre; Gottfried Gfrerer, Stimme, Resonator-Gitarre; Rainer Krispel, Stimme). Das Musikprogramm mäandriert zwischen Punk und Lamourhatscher. Details siehe www.perinetkeller.at

Do 26.3. 19:30: Film und Katastrophe III – Katastrophenpolitik

Nach einem katastrophalen Ereignis – sei es eine Epidemie, ein Unwetter, ein Schiffsunglück, Hochwasser, Murgänge, Lawinen, ein Tornadosturm, ein Verkehrsunfall, eine Hungersnot, eine Seuche oder ein Terroranschlag – bleibt die Übernahme der Verantwortung durch eine Person oder einer Gruppe oft weit wichtiger als das katastrophale Ereignis selbst. Diese Tatsache rückt Katastrophen unmittelbar in eine politische Nähe. Die Filmreihe wird organisiert von Daniel Brandlechner und Jenny Legenstein.


Adresse:
Perinetgasse 1, 1200 Wien
www.perinetkeller.at

Perinetkeller:
Aufführungsort der Wiener Aktionisten in den 1960ern, die hier die Kunst des Schönen, Wahren und Guten durch radikale Irritation ersetzten.

Das Institut ohne direkte Eigenschaften – IODE:
Eine bewegliche, erweiterungsfähige Interessensgemeinschaft von Autor*innen und Künstler*innen

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