Denn die Worte vom Kreuz

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Der gläserne Mensch, digitale Totalüberwachung und Punktesysteme für „Wohlverhalten“! Eine orwellsche Schreckensvision? NEIN, realer Horror für jeden freidenkenden Menschen, wie ihn die Volksrepublik China bereits in der Praxis erprobt und wie er nun auch auf andere Länder überzugreifen droht, wenn wir nicht wachsam sind. Barbara Millo hat in ihrem Roman ein derartiges Szenario für Österreich, noch im 21. Jahrhundert, entworfen und lehrt uns damit das Gruseln.

Barbara Millo: Denn die Worte vom KreuzAutor: Barbara Millo
Format: Taschenbuch, E-Book
Seitenzahl: 364 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3964438652

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Klappentext:

Österreich im Jahre 2032. In der niederösterreichischen Stadt Großenhofen wird ein geheimes Pilotprojekt der Bundesregierung gestartet. Der AWOHS-Bürgerchip, zwischen Zeigefinger und Daumen der rechten Hand eingepflanzt, soll über ein paar Monate auf seine Alltagstauglichkeit getestet werden. Fünfhundert Probanden werden dafür mit viel Geld gekauft , denn die zwei genialen Entwickler haben nicht nur das Potential eines solchen Chips erweitert, sondern auch für ein ausgereiftes Umsetzungsprozedere gesorgt. Doch genauso schnell, wie manche sich dafür begeistern, entsteht auch trotz aller Geheimhalte-Versuche Widerstand in der Bevölkerung von Großenhofen.

Ewig wiederkehrende Verhaltensmuster des Menschen treten zum Vorschein, die schlechten und die guten. Das Tal um Großenhofen scheint zum Ausgangspunkt eines neuen Zeitalters zu werden in demTechnologie sich den Menschen zunutze macht. Rasch wird klar: Wer den Chip nicht trägt, wird ausgegrenzt. Doch noch ist alles nur ein Test. Warum also gibt es Gegner, die das Pilotprojekt so boykottieren wollen, als wäre es schon Gesetz geworden? Weshalb bringen sie den Gott der Christenheit dabei ins Spiel? Könnten die Worte aus der Offenbarung des Johannes durch diesen Chip wahr werden?

Über die Autorin Barbara Millo (Barbara Stangl)

Barbara Millo (Barbara Stangl)Barbara Stangl wurde am 26. Juli 1967 in Wien geboren und besuchte das Gymnasium im Sacré Coeur im 3. Wiener Gemeindebezirk. Mit ihren Eltern übersiedelte sie nach Weyer, Oberösterreich, und beendete ihre schulische Laufbahn an der Handelsakademie in Waidhofen an der Ybbs. Seit 2017 lebt sie in Steyr. Sie ist die Mutter von vier erwachsenen Söhnen.

Berufliche Schwerpunkte: Büro & Gastronomie, nebenberuflich ist Barbara Stangl schon langjährig als Ernährungsberaterin und in der Erwachsenenbildung tätig. Ihre Pensionierung bedeutet für sie den Anfang ihres großen Traumes: als Schriftstellerin ihre Berufung zu leben. Mit ihrem nächsten Roman hat sie bereits begonnen, gleichzeitig wirkt sie auch an einer Anthologie von Karina Verlag mit.

Denn die Worte vom Kreuz (Leseprobe):

DIE EINLADUNG

»Günter, Post für dich! Du musst unterschreiben kommen!«, rief die Mutter vom Flur hinauf in den ersten Stock. Ein Mann, dreiundzwanzig Jahre alt, sportlich und von der Sonne braun gebrannt, sprang die Treppe hinunter, als bestünde sie nur aus drei Stufen. Es konnte nur einen einzigen Brief geben, der auf eingeschriebenem Weg zu ihm kam. Und auf den hatten er und sein Studienkollege Heinz bereits seit einigen Wochen gewartet.

Eilig kritzelte er seine Unterschrift auf das für ihn vorsintflutliche Empfangsgerät des Briefträgers und schnappte den Brief, der in einem blauen Hybrid-RSa-Kuvert an ihn adressiert war. Er riss
ihn noch im Vorzimmer auf und fischte schon, nachdem er die ersten Zeilen überflogen hatte, sein Handy aus der Jean und tippte drei Einser hinein – das Kurzzeichen für Heinz Strebig, seinen gleichaltrigen Freund.

»War die Post schon bei dir?«, schrie er ins Telefon.
»Nein, bei uns kommt sie erst gegen Mittag. Warum?«
»Heinz, halt dich fest! Wir sind Preisträger! Unser Chip-Projekt hat gewonnen, wir sind Erster!«

Die Mutter stand mit offenem Mund neben ihrem Sohn, der in sein Handy brüllte, gleichzeitig lachte, wild gestikulierte und herumsprang wie ein verrückt gewordener Hampelmann. Heinz, auf der anderen Seite der Leitung, stand eher wie versteinert da und brachte trotz des Wahnsinnsgefühls, das ihn gerade wie eine Sturmböe erwischt hatte, keinen einzigen Laut hervor. Nachdem Günter seinen offensichtlichen Freudentanz beendet hatte, zumindest schien es Heinz so, nachdem keine seltsamen Geräusche mehr von seinem Freund zu hören waren, verlangte er mit belegter Stimme: »Günter! Lies! Endlich! Vor!«

Dieser hielt den weißen Papierbogen mit beiden Händen fest und las: »Das Bundesministerium für Forschung und Entwicklung teilt Ihnen mit, dass das von Ihnen eingereichte Projekt ›AWOHS-Bürgerchip‹ den ersten Preis im Wettbewerb ›Österreich ist Zukunft‹ erhalten hat. Wir ersuchen Sie, am 4. August 2032 um zehn Uhr im Hotel Ringstraßenpalast, Wien, zur Preisverleihung
zu erscheinen. Bitte halten Sie bis zu diesem Zeitpunkt noch die mit der Einreichung Ihres Projektes unterzeichnete Stillhaltevereinbarung ein.
Unterzeichnet vom Ministerium persönlich!«
»Na, dann…«, jetzt klang auch Heinz‘ Stimme euphorisch, »… warte ich noch ab, bis ich denselben Brief bekommen hab und dann feiern wir!« …

Ausführliche Leseprobe>>>

Barbara Millo: Denn die Worte vom Kreuz (Leseprobe)

Rezension:

Ist es Wahrheit? Ist es Fiktion?

Es beginnt mit einem Preisausschreiben, besser einer Ausschreibung. Allerdings geht er hier nicht um irgendwelchen Krimskrams, den man gewinnen kann, sondern um etwas, das die Welt verändern soll/kann/wird. Zwei junge Burschen klügeln Details zu einem Bürgerchip aus und … gewinnen. Erstaunt nehmen sie zur Kenntnis, dass bei der Preisverleihung schon nur mehr ihre Unterschrift nötig ist, um das Projekt ins Laufen zu bringen. Im Geheimen wurden schon Vorarbeiten geleistet, die Infrastruktur zur Verfügung gestellt und auch personelle, sowie finanzielle Unterstützung – von chinesischer Seite – sind gewährleistet.

Der Bürgermeister einer Kleinstadt in Niederösterreich, in der das Pilotprojekt gestartet werden soll, ist von den in Aussicht gestellten ›Entschädigungszahlungen‹, die ihn erwarten, wenn er dem Versuch der Einführung des Chips in seiner Stadt zustimmt, vollkommen hingerissen. So erkennt er auch nur die finanziellen Vorteile, die ihm diese implantierte Bürgerkarte bringen wird.
Während ein Teil der Bevölkerung ob der Gelder, die fließen sollen, ebenso oberflächlich denkt, formieren sich alsbald Gegnerinnen und Gegner, um das Projekt doch noch zu verhindern. Anhand einer Bibelstelle, die eben dieses Szenario der totalen Überwachung prognostiziert, erfassen sie den Ernst der Lage und nehmen den Kampf gegen macht- und geldhungrige Volksvertreter sowie chinesische Investoren auf.

Barbara Millo beschreibt in diesem Roman sehr gelungen, was alles passieren könnte, fände solch eine Aktion tatsächlich statt. Doch ist es wirklich nur ›was wäre wenn?‹ Kurz nach Veröffentlich dieses Buches waren in den Medien mehrfach Meldungen über bereits bestehende Überwachungssysteme nicht unähnlicher Art zu lesen, die in Kürze geplant sind …

Die Autorin schreibt in sehr flüssigem Erzählstil, dem man gerne folgt. Man legt das Buch nur ungern zur Seite, weil man letztlich wissen möchte, ob jene, die sich gegen das System stellen, Erfolg haben werden. Gut ausgearbeitete Details im Inhalt, witzige Passagen (mit dem Berliner), einprägsame Charaktere machen das Lesen zur Freude.

Quelle: Rezension bei Amazon

 

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