Hallo, kleines Licht: Eine spirituelle Mutmachgeschichte von Christine Keller

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„Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Diese tröstliche Erfahrung macht auch ein verzweifeltes kleines Lichtlein in Christine Kellers Erzählung. Da erweist sich die Dunkelheit als Chance, als „Lichtschule“ für das kleine Licht und seine Lichtgeschwister. Licht will strahlen und es wächst, wenn es weitergegeben wird. Eine spirituelle Geschichte, die  über Mut und Zuversicht vermittelt.
Christine Keller: Hallo, kleines LichtAutorin: Christine Keller
Format: Taschenbuch, E-Book
Seitenzahl: 68 Seiten
Verlag: BoD – Books on Demand
Auflage: 1 (April 2021)
ISBN: 978-3752663532

Klappentext:

Obwohl die Lichtschule ein dunkler Ort ist, will das kleine vorwitzige Licht unbedingt dorthin. Wo sonst kann es seine Lichtkraft kennenlernen? Angekommen in der unheimlichen Welt der Materie wird ihm rasch klar, dass es Mut und Erfindungskraft braucht, um seine Aufgaben zu erfüllen. Und es bewahrheitet sich, was ihm das große weiße Licht mit auf den Weg gegeben hat: Licht wächst, wenn es verschenkt wird egal ob an Menschen oder an Monster…
Leser/innen jeglichen Alters werden das kleine Licht sicher bald ins Herz schließen.

Über die Autorin Christine Keller:

Christine KellerChristine Keller (*1959) wuchs in Zürich auf, ist Mutter eines Sohnes und lebt heute mit ihrem Mann in der deutschsprachigen Schweiz. Nach langjährigen pädagogischen und beratenden Tätigkeiten wandte sie sich vermehrt der Kunst zu. Nach zahlreichen Bilderausstellungen, drei Lyrikbänden, einem Sachbuch über Farben und der Parodiensammlung „Rent a Mantra“ schrieb sie 2018 „Blowing Across“, einen Science Fiction mit aktuellen Umwelt- und Gesellschaftsthematiken, der 2019 bei FRANZIUS veröffentlicht wurde. Seit 2000 erobert sie als experimentierfreudige Autorin immer neue Genres. Egal ob Lyrik, Kurzgeschichten oder Romane: In ihren Büchern verbinden sich Spannung und Humor mit einer Prise Philosophie.

Leseprobe aus „Hallo, kleines Licht“:

DAS KLEINE LICHT lebte im großen weißen Licht, welches schon immer da war, darum war es auch immer Tag und niemals Nacht. Da das kleine Licht nichts anderes kannte, fühlte es sich wohl dabei.
DOCH DANN BESCHLICH ES ein seltsames Gefühl. Es begann sich zu langweilen.
»Ist da jemand?«, fragte es in alle Richtungen.
»Hallo, kleines Licht« ertönten verschiedene Stimmen. »Bist du auch aufgewacht?«
Ich bin also nicht allein, wunderte sich das kleine Licht.
»Warum sehe ich euch nicht?«, fragte es.
»Wie können wir uns sehen, wenn es hier so hell ist? Wir sind kleine Lichter im großen Licht«, zwitscherte eine liebliche Stimme ganz in seiner Nähe, woraufhin es einen Hauch von Wärme verspürte.

Christine Keller: Hallo, kleines LichtVon einer anderen Seite ertönte ein zirpendes Stimmchen, und das kleine Licht überkam vor Aufregung ein kribbelndes Gefühl, als es vernahm: »Wir können uns aber hören und sogar fühlen, wie du eben bemerkst.«
»Oh« rief das kleine Licht, »wie fühle ich mich denn an?«
»Wie Watte, und deine Stimme klingt wie eine kleine Glocke«, ertönte es nun im Chor rund herum.
Überwältigt vor Freude schwieg das kleine Licht. Erst nach einer Weile sagte es, ohne nachzudenken: »Ich glaube, wir sind ganz viele Geschwister hier«.

»Wir einzelnen Lichter können hier im großen weißen Licht nichts anderes als liebe Brüder und Schwestern sein«, riefen ihm die anderen zu.
Das kleine Licht war überglücklich, dies zu hören. Es war umgeben von Wesen, die zu ihm gehörten und mit denen es sich unterhalten konnte. Seine Geschwister waren alle größer, aber es fühlte, wie es vor Freude immer stärker strahlte.
»BLEIBT ES IMMER SO, dass wir uns nicht sehen?«, fragte das kleine Licht.
Doch die anderen Lichter wussten es nicht.
»Ich möchte aber etwas sehen«, sagte das kleine Licht sehnsuchtsvoll. Es war nicht allein mit diesem Wunsch. Immer wieder seufzte eins der Lichter, weil es die anderen nicht sehen konnte.

DANN GESCHAH ETWAS AUßERGEWÖHNLICHES: Das große weiße Licht sprach zum kleinen Licht und all seinen Geschwistern. »Ich habe eure Wünsche gehört. Ihr möchtet sichtbar werden und euch sehen. Es ist nun an der Zeit, dass ihr eine Farbe annehmt.«
»Eine Farbe?« rief unser kleines Licht. Es schien, obwohl eben erst aufgewacht, äußerst vorwitzig zu sein.
»Oh ja! Farben! Wir wollen uns farbig kleiden«, stimmten die anderen Lichter zu.

Und als das kleine Licht fragend ausstrahlte, erklärten ihm die anderen Lichter, welche Farben es gab. Sie erzählten ihm noch viel mehr von einer materiellen Welt, die von Dingen erfüllt war und wo Wesen lebten, die alle bunt waren.
»In diese Welt möchte ich gehen«, sagte das kleine Licht voll Verlangen, doch gleichzeitig fühlte es plötzlich etwas Unangenehmes. Es zitterte und erblasste. Ein gräulicher Rand bildete sich, und durch diesen Rand war es beinahe sichtbar geworden.
»Du HAST ANGST, brauchst du aber nicht zu haben.« Es war das Licht mit der zwitschernden Stimme, welches das kleine Licht mit einem warmen Hauch streichelte. »Du zitterst ja.«
Angst? Das kleine Licht wunderte sich über dieses Wort. »Das ist also Angst?«
»Ja, Angst ist nicht sehr angenehm«, zwitscherte es neben ihm.

Christine Keller: Hallo, kleines Licht

Buchempfehlung:

Mit der Erzählung von einem kleinen Licht ist Christine Keller ein Buch gelungen, das mit seinem einfachen und einprägsamen Schreibstil sowohl für Erwachsene als auch für Kinder zum Selbstlesen und Vorlesen geeignet ist. Obwohl eine kindgerechte Sprache gewählt wurde, werden auch Erwachsene an den zahlreichen Metaphern ihre Freude haben. Protagonist der Handlung ist ein Licht als Übertragung für Zuversicht und Hoffnung. Die Dunkelheit, der Gegenbegriff zum Licht, ist jener Raum, in dem das Licht erst lernen muss, seine Strahlkraft zu entfalten. Die Weitergabe des Lichts erhellt die Welt für alle Kreaturen im positiven Sinn, ungeachtet ihrer Spezies und wie sie in ihrem bisherigen Leben gehandelt haben. Das Lichtlein wächst und verbreitet sich, wenn es mit Liebe verschenkt wird.

Die Stilmittel von Fantasy und Märchen werden mit spirituellen Inhalten angereichert und ergeben ein einzigartiges und absolut lesenswertes Gesamtes für Jung und Alt. Die ansprechende Gestaltung von Cover und Innenteil mit seinen bunten Illustrationen möchte ich an dieser Stelle ganz besonders hervorheben. 

[Martin Urbanek]

Christine Keller: Hallo, kleines Licht


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